Die Priorzelle

Die Zelle des Priors wurde vom Oberhaupt des Klosters bewohnt. Zur Zelle gehören ein privates Oratorium, eine Bibliothek, ein Audienzsaal, ein Schlafzimmer, ein Essbereich, das Ave Maria und ein Garten, wie in allen Zellen.

Die Kapelle, in der eine gotische Schnitzerei ins Auge fällt, war das private Oratorium des Priors. Der Politiker und Gelehrte G. Jovellanos hörte hier die Messe während seiner Gefangenschaft hinter diesen Mauern. In der Vorhalle der Kapelle befindet sich eine Gedenktafel, die an seinen Aufenthalt an diesem Ort erinnert, sowie eine weitere in Gedenken an die Prioren, die hier lebten.

Des Weiteren findet man auch einige Erinnerungen an Catalina Thomàs (die heilige Katharina von Palma), die einzige mallorquinische Heilige, die gebürtig aus Valldemossa stammt und die von den Kartäusern hoch geschätzt wurde.

In der Bibliothek befinden sich Bücher und Manuskripte der Mönche. Jeder Mönch durfte zur Lektur nur zwei Bücher mit in seine Zelle nehmen. Die Kartäusermönche versammelten sich in der Bibliothek, um sich zu unterhalten; das Sprechen war ihnen nach den Ordensregeln eine halbe Stunde pro Woche erlaubt. Hervorzuheben ist das Triptychon aus Elfenbein aus dem 15. Jahrhundert, das die Hochzeit von Maria von Montpellier (Wappenlilie) und Peter II. von Aragón (Wappenstreifen), den Eltern von Jakob I. dem Eroberer, darstellt; ein weiteres Triptychon flämischen Ursprungs aus dem 16. Jahrhundert repräsentiert die Verehrung der Heiligen Drei Könige. Die Regale zieren Keramiken aus Alcora, Teruel und Katalonien.

Im Audienzsaal empfing der Prior Besucher. Die Vitrine in der Mitte enthält königliche Briefe, Astronomiebücher und eine Inkunabel von Ramón Lllull, Der Baum des Wissens, sowie zwei Bullen des „Papa Luna“, Papst Benedikt XIII. (der Gegenpapst). Unter den Ölgemälden an den Wänden ist besonders der Heilige Andreas von Herrera hervorzuheben, der unter einem Gemälde aus der Schule El Grecos hängt. Gegenüber ist die Flucht der Israeliten aus Ägypten von Bassano zu sehen.

Im zugehörigen Garten wurde der Grundstein des neuen Klosters gelegt. Jeder Mönch kultivierte seinen Garten nach seinem Geschmack mit Gemüse und Blumen.

Der Essbereich wurde nur von den Klosterbesuchern genutzt, da die Mönche allein speisten. Auf dem Tisch sehen wir eine Karte des ursprünglichen Kartäuserklosters und an der Wand eine weitere des aktuellen Klosters. Außerdem findet man Keramik-Sammlungen spanisch-arabischen Ursprungs (leicht erkennbar aufgrund der Metallelemente) sowie aus Savona und Katalonien. Links in der Vitrine wird der Brief des Königs Martin I. von Aragón aufbewahrt, aus dem die Spende seines Palastes in Valldemossa am 14. Juni 1399 an die Kartäuser hervorgeht, woraufhin dieses Kartäuserkloster gegründet wurde. Rechts ist die Rechnung des katalanischen Bildhauers Adrià Ferran für die Heiligenfiguren, die dieser für die neue Kirche schuf, zu sehen.

Das Ave Maria ist ein kleiner Vorraum, den die Mönche auf dem Weg in und aus ihrer Zelle passierten, dabei beteten sie immer das Ave Maria. Den Raum schmückt ein Bild der Jungfrau Maria, dargestellt als Schäferin.